E.HOME Alpen Challenge: erfolgreicher Praxistest für den ersten elektrisch angetriebenen Caravan

Um Caravan-Reisen mit Elektro-Autos ohne Reichweitenverlust zu ermöglichen, haben wir gemeinsam mit der Erwin Hymer Group und der ZF den elektrisch angetriebenen E.HOME Caravan entwickelt.  Im Juli 2021 war es endlich soweit: In einer anspruchsvollen Caravan-Tour über die Alpen haben wir mit unseren Projektpartnern mit einem Prototyp die Praxisreife des E.HOME-Konzepts unter Beweis gestellt.

„Auch wenn bis zur Serienreife und zur Zulassungsfähigkeit noch Hürden zu nehmen sind – der von Dethleffs, der Erwin Hymer Group und ZF entwickelte E.HOME Caravan ist schon heute eine praxisgerechte und zukunftsfähige Lösung für umweltbewusstes und ökonomisch sinnvolles Caravaning für alle. Damit wird Dethleffs seinem Anspruch als Caravan-Pionier einmal mehr gerecht.“

Die Herausforderung

Jeder Caravaner, der sich schon einmal auf den Weg über die Alpen gemacht hat, kennt es: Das Gewicht und der erhöhte Luftwiderstand des Caravans treiben den Kraftstoffverbrauch in die Höhe. Bei Elektroautos kann sich die Reichweite durch einen angehängten Caravan stark reduzieren. 2018 hatten wir gemeinsam mit den Projektpartnern Erwin Hymer Group und ZF Friedrichshafen AG erstmals eine mögliche Lösung vorgestellt: den Prototypen eines Wohnwagens mit eigenem elektrischen Antrieb, den E.HOME Caravan.

Die E.HOME Alpen-Challenge

Mit der E.HOME Alpen-Challenge wollten wir und unsere Projektpartner auf einer bei Caravanern beliebten, 380 Kilometer langen Route über die Alpen beweisen, dass der elektrische Antrieb des Anhängers den höheren Energieverbrauch durch den Anhängerbetrieb kompensieren kann und das Zugfahrzeug die gewohnte Reichweite auch mit Caravan im Schlepp erreicht.

Die Route führte vom Dethleffs-Werksgelände in Isny im Allgäu über die Fernpassstraße und dann auf der Autobahn A12 und A13 vorbei an Innsbruck über den Brenner. In Italien geht es auf der A22 über Bozen und Trient bis nach Riva am nördlichen Gardasee. Beim Start am frühen Morgen waren die Akkus des Zugfahrzeugs und des Anhängers voll geladen. Schon auf den ersten Kilometern Richtung Fernpass zeigte sich, dass der elektrisch angetriebene Caravan die Fahrt nicht nur hinsichtlich der Reichweite positiv beeinflusst, sondern auch hinsichtlich des Fahrgefühls und der Fahrsicherheit. Eine Beschleunigung wie ein Solofahrzeug, stabile Kurvenfahrt dank des tiefen Schwerpunkts und ein sicherer Geradeauslauf, weil das Gespann auch Bergabfahrt stets gestreckt bleibt, erhöhen die Sicherheit nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich messbar.

Mit 80 und 84 km/h auf der Autobahn und einer Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit von 62,3 km/h fuhr das vollelektrische Gespann nach Süden. Am Brenner, 200 Kilometer nach dem Start und 180 Kilometer vom Ziel entfernt, waren beide Batterien noch zu mehr als 50 Prozent geladen. Starker Gegenwind bremste auf dem weiteren Weg jedoch nicht nur das E.HOME Caravan-Gespann, sondern auch den Optimismus im Team. W der Gegenwind zu einem höheren Energieverbrauch führen? Wird die verbleibende Energie reichen bis zum Ziel?

Nach 6 Stunden und 12 Minuten und 380 Kilometern anspruchsvoller Alpenpassage erreichte das E.HOME Caravan-Gespann das Zentrum von Riva am Gardasee.  – und das, ohne einmal unterwegs nachladen zu müssen. Im Gegenteil: Die Ladestandsanzeige zeigte sogar noch etwas Restenergie in den Akkus beider Fahrzeuge. Die Gesamtbilanz: 82 kWh verbrauchte Energie beim Zugfahrzeug und 74 kWh beim E.HOME Caravan. Und strahlende Gesichter bei den Entwicklungsingenieuren der Projektpartner Dethleffs, Erwin Hymer Group und ZF.

Die E.HOME Alpen-Challenge hat also den Beweis erbracht: Der E.HOME Caravan hebt das Reisen mit Wohnanhänger auf ein gänzlich neues Niveau. Caravan-Reisen mit Elektro-Zugfahrzeug werden dank E.HOME Caravan nicht nur uneingeschränkt möglich, sie werden auch zu einem uneingeschränkten Fahrvergnügen mit maximaler Sicherheit.

Perfekte Lösung auch für Verbrenner

Der Nutzen des elektrisch angetriebenen Anhängers beschränkt sich nicht auf batterieelektrische Zugfahrzeuge. Der E.HOME Caravan ermöglicht es zudem, auch mit schwächer motorisierten Zugfahrzeugen mit Verbrennungsmotor einen Caravan zu ziehen. Beim Kauf eines neuen Fahrzeugs ist also nicht mehr der Maximalbedarf, der häufig nur wenige Male im Jahr aufritt, allein ausschlaggebend. Vielmehr kann sich die Fahrzeugwahl am Durchschnittsbedarf ausrichten, etwa für den Weg zur Arbeit, den Wochenendausflug oder die gelegentliche Fahrt zu Freunden oder Verwandten. In den meisten Fällen lassen sich so die Fahrzeugklasse oder die Motorisierungsvariante eine Nummer kleiner wählen und damit die Anschaffungskosten wie auch den Verbrauch und die Betriebskosten senken. Das wirkt sich zudem positiv auf den ökologischen Fußabdruck aus und trägt zum Klimaschutz bei.